Eine neue Studie zeigt, dass fast die Hälfte der über 65-Jährigen in Deutschland nachts Schwierigkeiten hat, ruhig zu schlafen. Diese Probleme sind oft nicht nur durch altersbedingte Veränderungen des Schlafs bedingt, sondern werden auch durch chronische Erkrankungen, ungünstige Schlafgewohnheiten und den Einsatz von Medikamenten verstärkt. Schlafforscher bestätigen, dass viele dieser Schlafstörungen behandelbar oder vermeidbar sind. Zu den häufigsten Faktoren, die das nächtliche Wachliegen auslösen, zählen Schmerzen, kognitive Einschränkungen und eine unzureichende Struktur im Tagesablauf. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant, da schlechter Schlaf nicht nur das Tagesbefinden beeinträchtigt, sondern auch langfristig zu ernsten gesundheitlichen Folgen führen kann.
Ursachen für nächtliches Wachliegen bei Senioren
Die Gründe, warum viele Senioren nachts wachliegen, sind vielfältig und oft miteinander verknüpft. Altersbedingte Veränderungen im Schlafmuster können dazu führen, dass Tiefschlafphasen kürzer werden. Dadurch wachen ältere Menschen häufig aufgrund geringer Geräusche auf. In einer aktuellen Studie wurden neun zentrale Risikofaktoren identifiziert, darunter:
- Männliches Geschlecht
- Schmerzen
- Chronische Erkrankungen wie COPD oder koronare Herzkrankheit
- Mittelschwere kognitive Einschränkungen
- Einnahme von Beruhigungsmitteln
- Anzeichen von Sundowning bei Demenzkranken
Die Forschung hat gezeigt, dass die innere Uhr oft aus dem Takt gerät, was das Gefühl für Tag und Nacht beeinflusst. Diese Störungen können bei Menschen mit Demenz besonders ausgeprägt sein, da sie Schwierigkeiten haben, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden und häufig nachts unruhig sind.
Die Bedeutung von gesundem Schlaf
Guter Schlaf ist mehr als nur Erholung – er ist entscheidend für die Gesundheit. Während des Schlafs regeneriert sich das Gehirn, verarbeiten wir Eindrücke und festigen Erinnerungen. Schlafprobleme können die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen und in schwere psychische Erkrankungen wie Depressionen münden. Besonders für pflegende Angehörige ist ausreichend Schlaf essenziell, um die eigene Belastung zu reduzieren und die Pflegequalität zu erhalten.
Strategien zur Verbesserung der Schlafqualität
Wo liegen also die Lösungen, die Senioren helfen können, besser zu schlafen? Es gibt mehrere effektive Ansätze:
- Eine strukturierte Tagesgestaltung: Tageslicht, regelmäßige Bewegung und die Vermeidung von langen Mittagsschläfchen sind entscheidend. Ein ausgewogener Tagesablauf, ergänzt durch feste Essenszeiten, stärkt die innere Uhr.
- Schlaffreundliche Umgebung: Ein ruhiger, dunkler und kühler Schlafraum fördert die Schlafqualität. Das Dimmen des Lichts am Abend und der Einsatz von Nachtlichtern können helfen, den Körper auf die Nacht vorzubereiten.
- Ruhige Abendroutine: Entspannende Rituale wie das Lesen oder das Genießen eines beruhigenden Tees können helfen, den Körper auf den Schlaf einzustellen.
- Professionelle Unterstützung suchen: Wenn alle Stricke reißen, sollten Unterstützungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Ärztliche Abklärung kann helfen, körperliche Ursachen zu identifizieren und gezielt zu behandeln.
Die Rolle der Angehörigen
Für pflegende Angehörige ist es unerlässlich, auf die eigene Gesundheit zu achten, damit die Pflege nicht zur erdrückenden Belastung wird. Ein strukturiertes Umfeld kann nicht nur den Senioren, sondern auch den betreuenden Familienmitgliedern helfen, erholsamen Schlaf zu finden. Die Implementierung von kleinen Änderungen im Tagesablauf kann große Auswirkungen auf die nächtliche Ruhe haben. Daher ist es wichtig, offen über Schlafprobleme zu sprechen und rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.



